6. Dezember 2020

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NEWS rund um den FC Bayern München –

Bayern maximum risk

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Schon wieder Rückstand, diesmal sogar 2x in einem Match. Am Ende ein glückliches 3:3. Erneut wenig Offensiver Kreativgeist, intelligentes Passspiel Richtung Angriffszone geschweige Box des Gegners. 3 Gegentore gegen RB Leipzig kassiert der FC Bayern, dies schafft ein Gegner bereits zum 3.Mal (!) in der immer noch jungen Saison. (Hoffenheim 1:4, Hertha 4:3, d.RED). RB Leipzig offensiv komplett eingestellt, verpasste aber durch ihre immer noch „Imperfektion“ ebenfalls wie auch Teams aus Köln, Bremen und Stuttgart, die defensive Schwäche (Boateng, Süle, Pavard mit groben Fehlern), die weiterhin ein „maximum risk“ des FCB darstellt, effektiv erfolgreich (z.B. finale Pässe wie beim 1:0) zu nutzen.

Die Taktik von Trainer Hansi Flick ist sehr riskant, so wie wir es in unseren zahlreichen Matchanalysen seit seinem Amtsantritt bemerkten. Geändert hat sich nur der Gegner, der nun sich allmählich immer mehr schüttelt. Nach dem ersten Lockdown ab Mai waren viele Teams im Kopf nicht frei, Bayern nutze dies dann mit der Qualität, die DANN immer entscheidend war (obwohl die Spiele auch nicht hochwertig waren) aus. An der Corona-Krise haben sich die Teams aber nun gewöhnt, man kann es ja nicht ändern. Bayern trotz Belastungssteuerung und mit Top-Leuten ausgestattet, bietet dagegen nicht das mögliche Optimum dieses Kader-Kapitals.

Leroy Sané könnte die Lex der Bayern Bosse für Flick werden. Der überall hochgelobte Coach setzt 60-Mio-Kostenfaktor Sané nicht korrekt ein, seit er da ist. Auf rechts ließ Guardiola ihn nie spielen, weil er dort einfach nicht zurechtkommt, ausser er hat mal Platz, um wie gegen RBL drei starke Dribblings aus dem tiefen Halbfeld ins Zentrum zu zeigen und Angriffe einzuleiten. Als Sané dann ausgewechselt wird nach 63 Minuten, setzt Flick Gnabry sofort auf links und Coman dann auf rechts, der zwar links stärker als Sané ist, aber Gnabry stärker auf rechts ist als Coman, der wiederum auf links zu dem Zeitpunkt auf links hätte bleiben sollen. Alles klar ?

Thomas Müller, ohne ihn wäre Bayern wohl verloren. Er ist wichtiger als Messi für Barca. Dort kann man notfalls auch al ohne Messi, zumindest früher. Aktuell bei Barca halt eh Großbaustelle. Aber ein junges Team um Müller muss allmählich allein laufen lernen. Spieler wie Coman, Gnabry und Sané sind noch jung, aber schon lange im Profifussball dabei. Man muss sich nicht bei jedem Pass verbal begleiten und sie „einpacken“ in ihren Gedanken. Das hat noch nie funktioniert und hemmt die Kreativität. Guardiola z.B. zeigte an, so und so, den Rest macht ihr aber schön alleine, ich vertraue euch. Thomas Müller offenbar nicht. Er meint es gut, aber es nervt irgendwie.

Flick nach dem Spiel ernüchternd und ablenkend: „Der neutrale Zuschauer hat ein sehr wildes Spitzenspiel gesehen, mit sehr vielen Torraumszenen. Wir haben die Tore zu leicht bekommen.“ Immer die gleichen Floskeln. Dabei hätte er längst eine Niederlagen-Serie haben können. Sie kann immer noch vor der kurzen Weihnachtspause beginnen. („Naja, es sind auf jeden Fall zu viele Gegentreffer“, so Manuel Neuer)

Steigern die Gegner sich danach erneut, werden die Niederlagen kommen, plötzlich wird aus Flick eine andere Figur. Weil der Medienwald so nun mal tickt. 3x 3 Gegentore in den letzten 9 Bundesligaspielen ist eigentlich in München halbwegs ein Todesurteil für jeden Trainer…und die Aufgaben werden nicht leichter: Vor Weihnachten wartet Bayer Leverkusen (19. Dezember), nach Silvester Borussia Mönchengladbach (8. Januar). Interessant könnte am 12.12 nämlich die recht gut aufgelegten Unioner aus Berlin-Köpenick werden…