16. Oktober 2020

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Flick verteidigt erneut Löw, fordert Talententwicklung

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In der Diskussion um die Nationalmannschaft hat Hansi Flick seinen langjährigen Weggefährten Joachim Löw gegen die zunehmende Kritik vehement verteidigt. Auf der heutigen PK hat er seine Worte wiederholt mit etwas mehr Intensität. „Wir alle in der Bundesliga müssen mithelfen, dass wir Topspieler ausbilden. Da haben wir genügend Arbeit und müssen den Bundestrainer unterstützen. Jogi Löw hat einen hervorragenden Job gemacht.“

Es seien für Flick auch manche Experten dabei, „die schon seit 25, 30 Jahren gar keinen Ball mehr an den Füßen hatten”. Er erinnere sich noch an die aktive Zeit einiger Experten, die sich als Spieler über die Kritik der damaligen Experten aufgeregt hätten. „Und schwuppdiwupp, ist man selber auf der Seite und haut selber das eine oder andere Ding raus. Das tut dem deutschen Fußball und der Sache nicht unbedingt gut”, sagte der 55-Jährige nach dem Schweiz-Spiel (3:3).

„Ich finde das, was gerade aktuell passiert, schon sehr, sehr übertrieben. Jogi hat einen sensationellen Job gemacht als Bundestrainer”, sagte Flick zunächst. Der langjährige Assistent von Löw, mit dem er 2014 zusammen Fußball-Weltmeister wurde, wunderte sich auch über einige der kritische Stimmen. Insbesondere die Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus, Dietmar Hamann, Olaf Thon, Bastian Schweinsteiger.

„Man muss ein bisschen zurück gehen und ein bisschen Schärfe rausnehmen”, forderte Flick. „Wir müssen gucken, dass wir sachlich bleiben und gemeinsam an die Dinge rangehen.”

Er selbst erinnerte sich an Zeiten im Nationalteam, an denen er „auch schon solche Momente” erlebt habe, so Flick weiter. „Es ist auch die Pflicht eines Nationaltrainers, Dinge auszuprobieren.” Die Trainingseinheiten würden nicht nur den Clubs fehlen, sondern ebenfalls den Nationalmannschaften.

Flick sieht u.a. die Vereine mit in der Pflicht. „Wir Bundesliga-Vereine sind dafür da, dass wir Spieler ausbilden, die dann irgendwann in der Nationalmannschaft spielen”, sagte Flick. „Deswegen müssen wir schauen, dass wir Stürmer und Außenverteidiger kreieren. Das ist unsere Aufgabe, und da müssen wir alle gemeinsam im deutschen Fußball die Dinge auch angehen.” Flick selbst wird mit seinen Talenten den Beweis erbringen müssen, das er seine Forderung mit umsetzt diese Saison. Spieler wie Musiala, Richards und Zirkzee wird man in Spielminuten messen.

Zu Löws Zukunft sagte Flick abschließend: „Aus dem 3:3 gegen die Schweiz wird Jogi mit seinem Team „die richtigen Schlüsse ziehen”.
Vom „rein Fußballerischen” her sei der Auftritt „sehr gut” gewesen. Zu seiner eigenen Zukunft (Nationaltrainer ?): „Ist das echt Ihr Ernst? Nationaltrainer so ein bisschen nebenbei machen? Ich lebe im Hier und Jetzt. Es macht mir wahnsinnig viel Spaß, die Mannschaft auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Alles andere ist Zukunft. Ich schaue auf mich.“