25. September 2020

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NEWS rund um den FC Bayern München –

Supercup zeigt Schwächen auf

4 min read

Aus Titelsicht alles wunderbar. Wirklich ?
Die Bayernfans können feiern, aber sehen sie auch, das es mehr schöner Schein als Sein ist beim Spiel des FCB unter Hansi Flick ?

Optisch sieht es unglaublich spektakulär aus, dieses „Anrennen“, gemischt mit einer wahnwitzigen MiasanMia-Mentalität unter Führung eines Thomas Müller, der auf dem Feld die Mentalität tonnenweise mit sich herumträgt. Wie erwähnt, alles optisch hervorragend. Es fallen frühe Tore, was noch vor Monaten selten war. Die Gegner sind noch nicht warm, wenn der FCB schnell versucht, den Ball zu erobern und in Richtung Box srtürmt. Aber es gibt eben diesen einen Haken, man konnte ihn gegen den FC Sevilla beobachten, wie schon gegen Lyon und auch PSG.

Welcher Haken genau ?

Bayern begann wie immer mit langer Ball-Offensive, mit dem Wechsel Mittelfeldpressing und Angriffspressing, was zu den ersten Attacks nach ein paar Minuten führte.

Taktisch wechselte Goretzka und Kimmich auf der 6er ab, bei der Spieleröffnung mal Kimmich, mal Goretza zwischen den beiden IVs Alaba und Süle. Soweit so gut in der Stabilität beim Spielaufbau. Hernandez als „Schienenspieler“ linksaussen, wechselte bei Überqueren des Balles über die ML leicht mit nach vorn, bei Angriff sofort Richtung Angriffszone, um in ein 1:1 zu gelangen mit möglichen Ballgewinn. Pavard blieb defensiver, aber mit ähnlicher Überlegung, dann in die Angriffszone zu starten, aber eher etwas später. Ob dies so gewollt war, ist nicht bekannt. Möglich.

Offensiver Haken

Sané und Gnabry wechselten wie schon gegen S04 immer wie die Seiten, allerdings blieb die rechte Off-Seite weitaus intensiver besetzt als die linke, wo es so gut wie keinen
Angriff gab. Grundlinienläufe gab es null bei Bayern. Allerdings 7 lange Bälle in der ersten HZ, in der Hoffnung, dass man wie vor einer Lewandowski-Chance einen Sevilla-Fehler nutzen könne. Kombinationsfussball mit Kurzpassoptik bei beiden Teams nicht zu sehen. Finale Pässe in die Box quasi fast gen null. Die gesamte Angrifszone verlassen von Idee und Kreativität, was immer problematischer wurde, da Sevilla sich immer mehr verfestigte und sich mental anschob. Die Abwehrdichte wurde höher, das arbeiten gegen den Ball vor der Box bei Sevilla intensiver. Lange Bälle nicht mehr möglich, da Bayern entsprechend nur 15m vor der Box war, denn die langen Bälle wurden oft vom Mittelkreis aus gestartet. Mit dieser Spielweise Kick & Rush schiebt sich der FC Bayern somit selbst irgendwann in einer Sackgasse, aus der er dann irgendwann nicht mehr herauskommt. Ein 1:2 nach 90 Minuten war nah, ein 1:1 nach 90 Minuten real.

Nicht nur beim Supercup, auch in vielen anderen Matches zuvor ist die Gefahr immer riesig, das ein einziger Pass das IV-Duo überspielt. Gladbach und Leverkusen zeigten dies kurz nach Flicks Übernahme, auch Lyon und PSG waren nicht weit von entfernt.

Lange Bälle und schnelle Einwürfe

Bayerns Spielaufbau beschränkte wie so häufig in den letzten Monaten zu beobachten auf lange Bälle und Angriffspressing.  Der Trick zudem ist, sehr schnell eine Aktion wie einen einfachen Einwurf durchzuführen, in der Hoffnung, das der Gegner sich noch sammle. Gleiches Prozedre nach Ballgewinn durch das Pressing. Das ist zwar eine je nach Gegner sehr wirkungsvolle Taktik, keine Frage, aber es gibt nicht nur Schalke für ein 8:0. Gegner werden die Bayern-Taktik genau analysieren. Dann muss Plan B her. Unter Guardiola war es das offensive Kurzpassspiel, das alle tiefstehenden Teams knackte. Seit 2 Saisons spielt Guardiola nicht mehr konsequent aus Spieler-Material-Gründen in der Premier League. Ergebnis: Kein englischer Meister.

Des Gegners Idee

Sevilla war stur und erledigte bis auf doppeltes fehlerhaftes Stellungsspiel beim 1:1 die Abwehrarbeit recht  solide. In ihrem einzigen guten Angriff konnte man aber schnell einen Elfer erzwingen nach Stellungsfehler Alaba, der auch danach 2 Unforced Errors offenbarte, einziger Spieler mit einer groben Fehlerquote. Süle als Nebenmann grundsätzlich sicher im Stellungsspiel. Hernandez bewies erneut seine Stärke als defensiver Umschaltspieler um erzielte mehr Saves als Alaba, seinen Konkurrenten auf der RIV.

Nach der 1.Halbzeit waren beide Teams hauptsächlich im Mittelfeld im Kampf um den Ball. Wenig Angriffe bei Bayern, die sich erst wieder ab der 75.Minute etwa nochmalsbemühten, irgendwie den Ball hoch rein zubekommen in die Box Sevillas. Das Anlaufen wurde schwieriger, Sevilla die ganze Halbzeit noch aggressiver als nach dem 1:1.

Bayern hatte das ganze Spiel keine Ansätze, ein kombiniertes Angriffsspiel zu ende zu beginnen und zuende zu führen, lediglich blieben Flanken. Selbst lange Bälle waren out. Sevilla hatte Chancen zum Kontern, da Süle oft allein blieb und Alaba zu weit im Mittelfeld stand, auch Kimmich war zu hoch gestaffelt.
So kam es dann fast zum 2:1 für den FC Sevilla mit einer TOP-Chance, wo Neuer noch an den Ball kam und zur Ecke klären konnte.

Nach 90 Minuten

Nach 90 Minuten stand es 1:1 und die Verlängerung musste die Entscheidung bringen. Das taktiklose Spiel ging weiter, Bayern flankt, Sevilla verteidigt. Nur ein Standard half kurvor HZ der Verlängerung, wo ausgerechnet Javi Martinez, der wohl zu Bilbao gehen wird, serviert und köpft über den Keeper ins Tor zum 2:1.