23. September 2020

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NEWS rund um den FC Bayern München –

Alaba-Akte beweist Journalismus-Schwäche

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Egal ob Transferperiode oder nicht, der Fan ist es mittlerweile gewohnt, jeden Tag Transfergerüchte lesen zu müssen. Egal, ob sie stimmen oder meistens nicht, interessiert ihn entweder nicht oder es ist offenbar wie ein Trieb nach Neuigkeiten eines (potenziellen) Spielers seines Lieblingsklubs. Gewinner: Die Sportzeitungen sowie Sportsender und Sportportale.
Es herrscht quasi ein „Schneeballsystem“ im wenig bis kaum noch investigativen Sportjournalismus. Zeit und damit Recherche fehlen.

Die aktuelle Akte um David Alaba, zuvor Thiago, ebenso das Sergino-Dest-Hinher, beweist, das vorherige zahlreiche Artikel null Richtigkeit beinhaltet. Nur Vermutungen/Hypothesen ohne Ende. Nach Aussagen der Alaba-Seite wurde sofort klar: Nichts zuvor hat der Wahrheit entsprochen. Ob Sergino Dest nun doch zu Barca oder am Ende doch noch zu Bayern wechselt, die Medien wissen es nicht, können nur spekulieren, wie die Fans auch. Nur die Fans schreiben keine Schlagzeilen um deren Klicks willen.

Denn es geht NUR um Klicks und damit um Gelder, die aus Werbeanzeigen erzeigt werden, um alles am Laufen zu halten, da der Printbereich bei Anbietern wie Sportbild und KICKER seit Jahren stagnieren und immer weniger Auflagen bieten. Da schnelle News keine Zeit haben für den terminierten Druck, hat das Internet den großen Vorteil, alle paar Minuten „News“ zu produzieren und zu versenden auf wenn man soviel alle Smartphone-Apps, der kleinsten Empfangseinheit des Fan.

Recherchiert wird daher kaum noch, weil die Zeit fehlt. Oft wird eine fixe Idee weitergedacht und veröffentlicht, im Transferbereich wird eine kleine Vermutung aus dem Ausland als „Exklusiv“ in Deutschland (meist von SKY) verkauft, übernommen dann von Onlinemedien wie sport1, sport.de, goal.com, t-online, danach wiederum „klub-spezifisch“ verteilt von „Copy & Paste“-Portalen wie tribuna.com, fcb-inside, fussball-addict, onefootball etc. Auf transfermarkt.de wird dann alles breitdisktutiert um Meldungen, die nicht der Wahrheit entsprechen, weil es eben nur Vermutungen sind. Okay, wer Spaß dran hat und die Zeit hat, bitte schön. Aber nicht förderlich für den Vertrauensgrad Richtung Medien, aber auch dem Klub selbst.

Zu 90% etwa tauchen in allen Meldungen typische Konjunktiv-Begriffe wie „soll“, „angeblich“ oder „offenbar“ auf, um sich juristisch abzusichern. Zwar wird dies im Journalismus nicht gern gesehen und als unseriös betitelt, aber es ist legal. Illegal wird es, wenn Aussagen als Zitate markiert werden die nie stattgefunden haben. Im Grunde auch Meldungen von angeblichen Vereinbarungen oder Klauseln, die in Verträgen existieren. Gegenwehr gibt es dann, wenn es zu extrem wird, durch die jeweilige Pressestelle oder eines Vereinsvertreter des Klubs, der dementiert. Auch im Sinne der eigenen Fan-Community, die wiederum eben immer wieder „zugetextet“ wird von o.g. Medien.

Auf eine Verbesserung kann man eher nicht hoffen, da es in Sachen Clickbaiting noch extremer werden dürfte aufgrund der Konkurrenzkämpfe.