20. September 2020

fcb-forum.net – News –

NEWS rund um den FC Bayern München –

8:0 und es hat zweimal Rumms gemacht. Einmal bei Schalke und Fährmanns Tor sowie Stimmen aus der Politik zum Thema „Corona“ und „Zuschauer“.
Denn dies waren auch die Bayern-Bosse und die Schalke-Delegation am Freitagabend in der Münchener Allianz Arena. Schon während des Matches gab es Kritik aus den sozialen Netzwerken, da nämlich die oberen Herren beider KLubs NICHT ihre Abstände sowie Mundschutze nutzten.

Dies brachte dann auch einige Politker auf den Plan. Aber zunächst Oliver Kahn.

„Es gab keine Vorgaben, weil wir uns da an die bayerische Verordnung gehalten haben, die genau das erlaubt“, erklärte Kahn später. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat in der Angelegenheit schon Kontakt zu den Bayern aufgenommen. „Die DFL ist hierzu im direkten Gespräch mit dem FC Bayern“, sagte Liga-Sprecher.

Da hatte der ehemalige Weltklasse-Torhüter die Bestimmungen offenbar nicht korrekt erfasst. DENN: Zwar dürfen sich im Freistaat Bayern bis zu 10 Personen gemeinsam im öffentlichen Raum treffen. Allerdings muss bei bundesweiten Sportveranstaltungen ein Mindestabstand von anderthalb Metern (1,50 m) zwischen Zuschauern gewährleistet werden, wenn diese nicht derselben Familie angehören.

Nun sieht sich der Rekordmeister zwar als „große Familie“, doch darauf können Kahn und Co. in diesem Fall kaum pochen. Von Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml – zuletzt selbst wegen diverser Testpannen in die Kritik geraten und verweist auf Richtigkeit und Selbstdisziplin. Gesundheitsministerin Huml: „Nicht so eng aufeinander sitzen, es wäre klüger gewesen“.
Die CSU-Politikerin Huml zeigte sich überrascht vom Auftreten der Bayern-Bosse – vor allem „mit Blick auf die Vorbildfunktion“. Gerade in München, wo ja aufgrund der zuletzt gestiegenen Infektionszahlen wieder über einschränkende Maßnahmen nachgedacht wird.

Weshalb zur Partie gegen Schalke entgegen zwischenzeitlicher Pläne keine Fans zugelassen waren. Abgesehen von ein paar prominenten Herren, die sich nun mehr denn je in den Fokus gedrängt haben.

Die Deutsche Fußball Liga teilte mit, sie sei wegen der Sache „im direkten Gespräch mit dem FC Bayern“.

Die Bayern-Bosse hatten am Freitagabend damit so ziemlich alle in Deutschland zuschauenden Fans (kam im öffentlich rechtlichen ZDF) irritiert, dass sie wie auch die Vertreter des FC Schalke 04 beim Spiel ohne Abstand und Maske auf der Ehrentribüne saßen. Gemäß dem Konzept der DFL sind alle Personen in der „Zone 2“ des Stadions, zu der die Tribüne zählt, „zum Tragen des Mund-Nasen-Schutzes verpflichtet, sofern der Mindestabstand von 1,50 m nicht einzuhalten ist“.

Nochmal zu Oliver Kahn und den Vorgaben

Die Bestimmungen der Politik stehen im Widerspruch zu Kahns Behauptung. Zwar erlaubt Paragraf 2 der Infektionsschutzmaßnahmenverordnung in Bayern den gemeinsamen Aufenthalt im öffentlichen Raum in Gruppen von bis zu zehn Personen. Paragraf 9 hebt allerdings hervor, dass der Veranstalter bei bundesweiten Sportveranstaltungen sicherstellen muss, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen allen Zuschauern eingehalten werden kann, die beispielsweise nicht zu einer Familie gehören.

Kinder sollen in der Klasse im Unterricht Maske tragen. Die FC-Bayern-Manager genießen den Fußball und es ist ihnen offenbar völlig egal, dass sie Vorbild für keinen sind“, schrieb u.a. der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (57) bei Twitter: „Darauf kann niemand stolz sein…“

Wann Zuschauer wieder in München ins Stadion dürfen ist derzeit noch unklar. Die nächste Gelegenheit wäre am 30. September, wenn der FC Bayern Borussia Dortmund zum Supercup-Finale begrüßt.

Stichwort Supercup und Sevilla am 24.September

Die Infektionszahlen in Budapest liegen aktuell bei 100,7 Infektionen pro 100.000 Einwohner. Zum Vergleich: In Deutschland müssen Spiele ohne Zuschauer stattfinden, wenn diese Rate über 35 liegt. Die UEFA will den Supercup trotzdem mit Zuschauern stattfinden lassen.