14. September 2020

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Finale Pässe – Goretzka oder Kimmich, wer ist besser ?

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Finale Pässe sind DIE Allzweckwaffe gegen alle defensiven Systeme. Wer sie regelmäßig gut beherrscht, ist oben langfristig im Fussball aktiv.

Aber welche Spieler beherrschen diese Kunst des finalen No-Look-Passes in die Gasse ?

Leon Goretzka (25) nutzte die Gunst der Stunde, als Thiago Alcantara eine Weile (zwischen Anfang Mai und Ende Juni) verletzt war. Durch Flick’s „taktische Veränderungen“ zwischen der Spieleröffnung und Angriff (kein Mittelfeldspiel, lange diagonale Pässe via Seitenverlagerung) bewegte sich der Gegner oft zu „manndeckerorientiert“ zu den offensiven Spielern.

Dadurch blieb oft eine große Lücke zwischen den gegnerischen Ketten (insbesondere im 4-4-2), die Goretzka oft gern räumlich nutzen konnte und schnell umschaltete. Zwar nicht oft am Spiel beteiligt, blieb er auffällig im Center, also der 10er-Zone, wo er grundsätzlich versuchte, schnell den finalen Pass zu spielen.

Gleicher Stil ist von Joshua Kimmich (25) bekannt, der allerdings mehr „heimlich“ aus der Tiefe sich bewegt und mehr in die „Optik“ mitinvestiert.  Am Ende leidet bei beiden Playern dadurch etwas die Präzision, einmal durch die kantige und elegante Art, den Ball final zu spielen. Aber wer ist besser ?

Der erste Eindruck: Beide sind gleich gut.

Detailwerte verraten folgendes:
Leon Goretzka spielte 30 finale Pässe, davon 13 vertikal in die Box, 8 erfolgreich, aber nur 1 Tor konnte dadurch erzielt werden. Somit ist die Präzision zusätzlich in Frage zu stellen.
Anders sieht es bei Kimmich aus. Von 52 landeten von 19 vertikalen in die Box 12 beim Mitspieler. Wie bei Goretzka ein hoher Prozentsatz. Allerdings erreichte Kimmich mit seiner Weise immerhin 3 Tore durch den vertikalen Pass in die Box, also knapp hinter die Verteidigungslinie.

Vertikale Pässe in die Box
Goretzka  8 von 13 (61,5%)
Kimmich  12 von 19 (63,2%)

Die Präzision ist also bei BEIDEN Spielern etwa GLEICH anzusiedeln trotz unterschiedlicher Herangehensweisen. Aber die Effektivität hat sicherlich Nachholbedarf. Vielleicht etwas mehr Zeit und vielleicht etwas mehr Ruhe, zudem noch bessere Antizipation zwischen Sender und Empfänger sind in der kommenden Saison durchaus Ziel von Hansi Flick.